Sind Christen Ungläubige?

Eines der Worte, das in letzter Zeit in die deutsche Sprache eingewandert ist, ist das arabische Wort „Kafir“. Im Duden steht dazu: „(im Islam) jemand, der nicht dem islamischen Glauben angehört“. Gebrauch: „abwertend“.

Im Deutschen wird „kafir“, Plural: „kuffar“, in der Regel mit „ungläubig“ wiedergegeben. Ist das eine zutreffende Übersetzung? Wie stehen Muslime zu Menschen, die als „kafir“ gelten? Darüber spricht Wolfgang Reinbold mit dem Islamwissenschaftler Dr. Hakki Arslan von der Universität Münster.

Weitere Leseempfehlungen:

Hamza Yusuf, Who are the Disbelievers? https://kkcygnet.files.wordpress.com/2011/10/whoarethedisbelievers.pdf

Abdulhakim Murad – The Last Trump Card – Islam And Other Religions https://archive.org/details/TheLastTrumpCardIslamAndOtherReligionsTimWinterAbdulhakimMurad

Jonathan Brown – The Fate of Non-Muslims: Perspectives on Salvation Outside of Islam https://yaqeeninstitute.org/jonathan-brown/the-fate-of-non-muslims-perspectives-on-salvation-outside-of-islam/

3 Kommentare zu „Sind Christen Ungläubige?

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  1. As Selamu aleykum Dr. Hakki Arslan,
    ich habe mir das Video angeschaut. Ab ca. Minute 23 gehen Sie auf die Frage des Interviewers ein. Es ging um Säkularismus und Sie haben den Eindruck gemacht, als könne man die Ansicht vertreten, dass die islamische Theologie eine säkulare Ordnung als zulässig erachten würde. In einer „modernen“ Welt wäre dies so eine Art Weiterentwicklung des Fiqh, wo eine religionsfreie Ordnung von Muslime akzeptiert werden könne. Diese Erklärungen von Ihnen halte ich für problematisch. Wir als Muslime leben in Gesellschaften, die man als säkular bezeichnet. Wir halten uns an die Gesetze und sind Teil der Gesellschaft. Der Interviewer hat hier eine Frage gestellt, welche die Öffentlicht interessiert. In einfachen Worten: Dürfen Muslime eine Gesellschaft religionsfrei leiten? Oder widerspricht die islamische Theologie?
    Sie haben selber mitgeteilt, dass die Muslime in der Geschichte den Islam niemals von der Politik getrennt haben. Und das hat – und das wissen Sie sicherlich besser als ich – theologische Hintergründe. Denn im Qur’an sind Urteile offenbart worden, die das gesellschaftliche Leben ordnen sollen. Und Allah hat im Qur’an an mehreren Stellen befohlen, nach Seinem Buch zu richten. Das bedeutet – und da gibt es einen Konsens -, dass die Muslime nicht religionsfrei urteilen dürfen, sondern sich an das Buch Allahs und der Sunnah Seines Propheten halten müssen. Und diese Ordnung wäre nicht religionslos. Dass in der Geschichte der Islam nicht von der Politik getrennt wurde, hat theoligische Gründe? Stimmen Sie dem nicht zu?
    In Deutschland haben wir das Problem, dass Muslime, welche den Islam nicht von der Politik trennen, gebranntmarkt werden als Islamisten, politische Islamisten, Legalistische Islamisten etc. Dadurch trennt man die Muslime aufgrund ihrer friedlich geäußerten Überzeugung von der Gesellschaft und dämonisiert sie.
    Dabei sind das Kampfbegriffe, obwohl die Theologie, die Geschichte und auch die Quelltexte eine Trennung von Islam und Politik niemals vorgesehen haben.
    Worauf basiert ihre Ansicht, dass Sie trotz der Sunnah, trotz des Qur’ans und trotz der islamischen Geschichte keinen Widerspruch von religionsfreier Ordnung mit der islamischen Theologie sehen? Ich halte das für sehr bedenklich, da diese Haltung die Teilung von Muslime und Islamisten nur fördert. Ich halte Sie für einen intelligenten Mann, aber hier sollten Sie weitsichtig sein. Denn diese Frage hat der Interviewer nicht umsonst gestellt. Genau hier liegt das Problem in der Gesellschaft. Die Teilung der Muslime in moderate Muslime und Islamisten.

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    1. Aleykum Selam,

      es ging nicht um Säkularismus oder um eine religionsfreie Ordnung, sondern um die Frage, ob es Religionsfreiheit für andere geben kann oder nicht und ob man dies theologisch begründen könnte. Das Thema Politik und Religion, Säkularismus, Säkularität, etc.ist ein weites Feld und muss gesondert besprochen werden. Vielleicht schreibe ich dazu auch mal was, dann können wir gerne darüber diskutieren.
      Freundliche Grüße

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      1. Dass die Anhänger anderer Religionen – vor allem die Ahlul Kitab – ihre Religion auch in der Vormoderne praktizieren konnten, ist kein Geheimnis. Diesen Pluralismus haben Sie ja auch erwähnt. Dann würde mich interessieren, wie eine Erweiterung beziehungsweise Gleichstellung der Religionen praktisch aussehen könnte.
        Ich würde einen Text zu den genannten Themen mit Interesse lesen.

        Bis dahin wünsche ich Ihnen alles Gute.

        Beste Grüße

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