Monthly Lectures on Islamic Legal Genres (2)

Abstract: Maliki fiqh witnessed the rise of three influential epitomes (mukthasars) in the course of less than 200 years that coincided with the establishment of the Mamluk state in Egypt and the Levant. The first, authored by Ibn Shas (d. 612), goes by the title ‘Iqd al-Jawahir al-Thamina. The second, authored by Ibn al-Hajib (d.... Weiterlesen →

Monthly Lectures on Islamic Legal Genres (1)

The presentation is part of a monthly lecture series organized by the Project “Canonization and Diversification in Islamic Law and in Arabian Rhetoric in Comparison” situated in the collaborative Research Centre (SFB 1385) at the Münster University, in cooperation with Program of Islamic Law at Harvard Law School and the Faculty of Theology at Istanbul... Weiterlesen →

Hadith vs. Rechtsschule Teil 2

Im letzten Artikel ging es um das Verhältnis zwischen Einzelüberlieferungen (aḥād Hadithe) und den Rechtsschulmeinungen. Dabei haben wir festgehalten, dass es bei der Feststellung der authentischen Sunna unterschiedliche Ansätze gibt und dass die Kriterien der Hadithwissenschaftler nicht immer mit den Kriterien der Rechtsgelehrten übereinstimmen. Während die Hadithgelehrten überwiegend (nicht nur) auf die Überlieferungskette schauen und... Weiterlesen →

Hadith vs. Rechtsschule – Wenn Hadithe der Rechtschulmeinung widersprechen!

Die Schafiiten und Hanbaliten hingegen folgen dem Wortlaut des hadithes und gewähren ein solches Widerrufsrecht und haben nicht das Bedürfnis den Inhalt des authentischen Hadithes anhand externer Kriterien zu überprüfen. Wenn ein Hadith von vertrauenswürdigen und kompetenten Gewährsmännern überliefert worden ist, dann gilt das Hadith als ṣaḥīḥ, also müsse dieses Hadith auch für die Praxis berücksichtigt werden. Für die Hanafiten und Malikiten hingegen reichen diese Kriterien der Hadithwissenschaftler nicht aus, weshalb sie noch weitere Kriterien für die Gültigkeit eines Hadithes anführen, wie z.B. dass ein einzelnes Hadith der medinensischen Praxis in Medina bei den Malikiten oder den allgemeinen Prinzipien der Rechtsschule der Hanafiten oder eindeutigen Koranversen nicht widersprechen darf

Fachdisziplinen der klassischen islamischen Theologie (al-ʿulūm aš-šarʿiyyah)

Der Begriff „islamische Theologie“ als Bezeichnung für die wissenschaftliche Beschäftigung der Muslime mit ihrer Religion ist eine moderne Bezeichnung, die dem deutschen Kontext geschuldet ist. Analog zur katholischen und evangelischen Theologie hat man die neu entstandene universitäre Disziplin der Muslime „islamische Theologie“ genannt. In der klassischen Sprache wurden dafür die Begriffe al-ʿulūm ad-dīniyyah (religiösen Wissenschaften), al-ʿulūm aš-šarʿiyyah (Offenbarungswissenschaften) oder al-ʿulūm al-ʾislāmiyyah (islamische Wissenschaften)verwendet. Am häufigsten wurde die Bezeichnung al-ʿulūm aš-šarʿiyyah (Offenbarungswissenschaften) verwendet, um die theologischen Wissenschaften von den rationalen Wissenschaften (al-ʿulūm al-ʿaqliyya) zu unterscheiden.

Sind Zinskredite halal? Die Standpunkte türkischsprachiger Moscheevereine in Deutschland

Die Frage, ob es islamrechtlich erlaubt ist für den Erwerb einer Immobilie Zinskredite von konventionellen Banken aufzunehmen, beschäftigt die Muslime seit Jahrzehnten und ist auch heute ein stark diskutiertes Thema. Die meisten Muslime glauben, dass ein Bankkredit verboten ist, kaufen aber trotzdem durch Bankkredite ihre Häuser. Im Folgenden sollen die Standpunkte der türkischsprachigen Religionsgemeinschaften in Deutschland zu diesem Thema kurz dargestellt werden. Es geht mir dabei nicht um eine ausführliche Erörterung aus einer islamrechtlichen Gesamtperspektive, sondern um eine deskriptive Darlegung der Argumentationsgrundlage.

Und dann ging’s bergab! Niedergangsparadigma im islamischen Recht

Mittlerweile ist die Dekadenztheorie, wonach die islamische Welt nach einer Blüte in eine Phase der Erstarrung und des Niedergangs gerät, in der Wissenschaft schon längst überholt und wird in dieser Form kaum noch in der Fachwelt vertreten. In der populärwissenschaftlichen Literatur ist sie aber weiterhin noch dominant. Im Folgenden soll das Niedergangsparadigma im islamischen Recht behandelt werden und die weitverbreitete Periodisierung der islamischen Rechtsgeschichte seitens muslimischer Reformdenker im 20. Jahrhundert dargestellt werden.

Islamliteratur in der Krise.

Blume will bequeme Wahrheiten und etablierte Vorurteile hinterfragen, differenziert und vernünftig über die wahre Krise des Islam nachdenken und einen Ausweg aus der Krise anbieten. Seinem Anspruch der differenzierten Betrachtung des Gegenstandes wird er leider nur teilweise im 5. und 6. Kapitel gerecht, alles andere ist ein weiteres Beispiel für den eurozentristischen Diskurs über den Islam als das Andere, auch wenn es eine gut gemeinte Kritik ist.

Hagia Sophia (Teil 3) – Christen, Juden und Muslime vor dem Schariagericht

Die direkte Interaktion zwischen Juden, Christen und Muslimen in alltäglichen wirtschaftlichen Unternehmungen sowie auch im nachbarschaftlichen Umgang führte dazu, dass Muslime und Nichtmuslime ihre Handels- und Kaufgeschäfte sowie ihre Streitigkeiten und notariellen Beurkundungen gemeinsam vor dem Kadigericht erledigten, wozu wir unzählige Gerichtsprotokolle haben. Wie aus diesen Protokollen ersichtlich wird, war es ganz normal, dass Muslime ihre Häuser oder Grundstücke an Juden oder Christen oder umgekehrt Nichtmuslime ihre Immobilien an Muslime verkauften oder vermieteten, sie sich gegenseitig Kredit gaben oder Geschäftspartner waren.

Hagia Sophia (Teil 2): Der religiöse Pluralismus im Osmanischen Reich nach 1453

Etwa 100 Jahre später also hat sich der Traum von Sultan Mehmed II. verwirklicht und Qustantiniyya wurde zu einer kosmopolitischen Weltstadt mit Menschen aus allen Weltgegenden. Zwischen dem 15. und dem 20. Jahrhundert betrug die Anzahl der Nichtmuslime (darunter verschiedene christliche und jüdische Denominationen) in Istanbul immer konstant zwischen 40 und 45%, was auch den Durchschnitt im gesamten Reich repräsentierte.

Hagia Sophia→Ayasofya: Ist das islamisch? Eine historische Skizze!

Die Stadt Konstantinopel wurde von den Osmanen nach einer fast zweimonatigen Belagerung am 29. Mai 1453 kriegerisch eingenommen. Die Frage, ob eine Stadt kriegerisch (ʿanwatan) oder auf friedlichem Wege durch Vertrag (sulhan) eingenommen wurde, hatte nach dem islamischen Recht konkrete rechtliche Konsequenzen für das eroberte Gebiet. Eine historische Skizze!

War John Locke ein Hanafit? Die Theorie der Naturrechte und ihre Ursprünge!

In der Geschichte der universalen Menschenrechte gilt John Locke (gest. 1703) als der erste, der die drei Grundrechte Leben, Freiheit und Eigentum als naturrechtliche Grundsätze formulierte und damit die Grundlage für die universale Menschenrechtsidee legte. Die Idee einer naturrechtlichen Grundlegung der Grundrechte aber, lässt sich zumindest schon im 11. Jahrhundert in der hanafitischen fiqh-Literatur belegen.... Weiterlesen →

Sind Christen Ungläubige?

Eines der Worte, das in letzter Zeit in die deutsche Sprache eingewandert ist, ist das arabische Wort „Kafir“. Im Duden steht dazu: „(im Islam) jemand, der nicht dem islamischen Glauben angehört“. Gebrauch: „abwertend“. Im Deutschen wird „kafir“, Plural: „kuffar“, in der Regel mit „ungläubig“ wiedergegeben. Ist das eine zutreffende Übersetzung? Wie stehen Muslime zu Menschen,... Weiterlesen →

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